Latein ist auch die Brücke nach Europa

Unsere europäische Kultur wurzelt seit über 2000 Jahren in der griechischen und römischen Antike. Kunst, Religion, Literatur und Philosophie und nicht zuletzt die Geschichte Europas sind ohne Lateinkenntnisse nicht zu entschlüsseln. 

4Die antike Götter-und Sagenwelt liefert bis heute Motive für künstlerisches Schaffen. (Ovid, Metamorphosen; Carl Orff, Carmina Burana; Christoph Ransmayr, Letzte Welt) 

Philosophen untersuchten, was man unter wahrer Freundschaft zu verstehen hat. (Seneca) 

Die römische Zivilisation war auch technisch eine Hochkultur. (Aquädukte, Viadukte, Thermen) 

Politik: Die Demokratie haben die Griechen erfunden, unser Rechtssystem beruft sich in vielen Gesetzen noch auf das römische Vorbild. 

Literatur: Catull und Ovid dichten über die Liebe, Cäsar kommentiert seine Feldzüge, Tacitus und Sallust beschreiben und bewerten römische Geschichte.

Kunstgeschichte: Die Renaissance greift die römische Antike wieder auf, auch wenn das Wort französischen Ursprungs ist; es bedeutet Wiedergeburt. Leonardo da Vinci konnte Latein!

Geben Sie Ihren Kindern die Chance, ihre kulturelle Herkunft über die Begegnung mit der Antike kennenzulernen, denn Zukunft braucht Herkunft!

Lateinunterricht ab Klasse 5 gibt die Möglichkeit, die Stoffmenge von 4 auf 5 Jahre zu verteilen.

5Lassen wir noch einmal Joachim Fernau zu Wort kommen. Er äußert sich im oben angegebenen Werk auf den Seiten 144/145 über den Einfall der Kimbern und Teutonen:
„Das Wort vom Furor teutonicus wurde damals geboren, als aus der gallischen Provinz die Kunde eintraf, Germanen seien mit unwiderstehlicher Gewalt über den Rhein nach Frankreich eingedrungen, ein Meer, eine Woge, ein Tornado von Giganten, von schrecklichen Walhall-Riesen mit Weibern und Kindern, Büffelhörner oder halbe Auerochsenschädel über den Kopf gestülpt, Keulen von urzeitlichem Ausmaß und Speere wie Bäume in den Händen, im Kampf brüllend wie Stiere, angefeuert von ihren Frauen, die ihnen –die Kinder auf den Schultern und mit nackten Brüsten- bei Gefahr bis in die vorderste Linie folgten. Gegen diese Wotansgestalten seien die Kelten des Brennus reine Spaßvögel gewesen.
Weiß der Himmel, woher wir schon immer einen Ruf wie Donnerhall hatten. Wenn die Wache vor dem Buckingham-Palast in monströsen Bärenmützen aufmarschiert, so ist das „hübsch“, wenn wir in Pickelhauben Wache schöben, so wäre dies  „furchterregend“.
Schließlich kannten die Römer die wilden Gallier und die schwarzen Teufel in Nubien. Und schließlich wirkten die römischen Kohorten selbst, wenn sie in Reih und Glied dastanden, auch nicht harmlos. Na ja. Es
ist aber auch wirklich zu blöde, sich Büffelhörner auf den Kopf zu setzen, wo es für uns Deutsche ein Taschentuch mit vier Knoten ebenso getan hätte.“

27.Januar 2016
Herr Hable (Fachobmann)