„Ein Volk, das auf sich hält, hat seine Anfänge im Dunkel der Geschichte, um eines Tages daherzukommen wie Lohengrin mit dem Schwan. Uns Germanen mangelt diese Feinheit. Soviel man auch im Lexikon nachschlagen mag, immer saßen wir in den norddeutschen Tiefebenen und in Skandinavien. Kein Schwan weit und breit. Wir saßen einfach da, vor uns griffbereit einen Liter Met in einem Topf der ,schnurkeramischen Becherkultur‘, damit spätere Germanisten es einmal leichter mit der Datierung haben würden. Wie jedermann einsehen wird, ist das ein magerer Anfang. 2Zu dieser Zeit, um 950 vor Christus etwa, schaukelte ein Boot auf den Wellen des Mittelmeeres in Richtung Italien. 
Glückliches Rom! Halt ein mit der Schnurkeramik, das ist jetzt zweitrangig, hier kommt dein Begründer! Es sind die Äneasse, Vater und Sohn, die sich aus dem brennenden Troja gerettet haben und nun nach zweihundertjähriger Irrfahrt am Gestade von Latium landen. König Latinus selbst empfing sie. Er weidete gerade seine Ziegen und hatte schon lange den Verdacht, dass sich etwas ereignen würde. Er rief ihnen das bekannte Schillerwort entgegen: „Spät kommt ihr, doch ihr kommt!“ Worauf sie antworteten: ,Wir hatten Gegenwind. 3Aber jetzt kann die römische Geschichte beginnen!‘ Doch hier irrten sie.“ 

(zitiert nach Joachim Fernau, Cäsar lässt grüßen)
Ein aufmerksamer Leser erkennt in Fernaus Text hoffentlich einige sachliche Fehler, so ist z.B. Latinus kein Zeitgenosse Friedrich Schillers.

Das „Universalfach“ Latein soll anhand von präziser Textarbeit Konzentration, Genauigkeit, Selbstdisziplin und Kritikfähigkeit fördern, auf diese Weise ein neues Selbstverständnis der Schüler und Schülerinnen begründen, die durch den Umgang mit Themen, z.B. der Geschichte, Theologie, Grammatik und Logik, einen Zuwachs an Allgemeinbildung und Sprachkompetenz erleben. Auf den Punkt gebracht: Die Schüler lernen das Lernen durch Latein.

In der Schule erworbene Lateinkenntnisse ermöglichen ein zügiges Studium in Germanistik, Geschichte, Theologie und zahlreichen modernen Fremdsprachen. Auch in Jura und Medizin sind Lateinkenntnisse von Nutzen. Als Voraussetzung für die Magister- und Doktorprüfung ist das Latinum in vielen Fächern obligatorisch. Lateinunterricht an der Schule bietet somit eine sinnvolle Zeitersparnis für die Zukunft. Er erspart die Teilnahme an teuren Universitätskursen mit großer Abbrecherquote und ist im Zeitalter von Studiengebühren bares Geld wert