Es klackt und zischt und klappert und klimpert. Kleine Felgen, vielleicht so groß wie das Blatt einer Armbanduhr, rollen über das Miniatur-Fließband. Schüler der drei Wolfenbütteler Gymnasien haben am Mittwoch bei MAN

SIA 2017 1 kldie von ihnen gebaute und programmierte Felgen-Sortiermaschine vorgestellt. Es war ihr letzter Tag als Nachwuchs-Ingenieure bei der achten Schüler-Ingenieur-Akadmie (Sia). Für das Projekt widmeten sie sich ein Jahr lang Wissenschaft und Technik. Im ersten Halbjahr lernten die Schüler bei Bosch Elektrotechnik kennen. Im zweiten standen ihnen Auszubildende von MAN zu Seite, um sie beim Entwickeln der pneumatischen Sortiermaschine zu unterstützen. Während des gesamten Jahres besuchten die Schüler auch Schnuppervorlesungen in der Ostfalia-Hochschule. „Eigentlich war das Jahr wie ein kleines Praktikum“, sagt Niklas Peter von der Großen Schule. Er habe in die Unternehmen hineinschauen und die Vorgänge hinter den Kulissen kennenlernen können. Seine Mitschülerin Lisa Rau sagt: „Besonders viel Spaß gemacht hat es, im Team die Sortiermaschine zu entwickeln.“ Bald will sie noch ein richtiges Praktikum machen, um den Beruf Maschinenbau-Ingenieur noch besser kennenzulernen. „Aber Sia war ein super Einstieg.“ Dabei waren gerade die Begriffe der Pneumatik, die Funktionsweise der Lichtsensoren, das Programmieren der Maschine und das Entwickeln eines 3-D-Modells für Lisa am Anfang noch komplett Neuland. „Aber in der Praxis kann man da ganz schnell reinkommen.“ Für Lisa ist es normal, sich als Mädchen für Technik zu interessieren.
„Ich finde Naturwissenschaften halt spannend.“ Aber bei vielen Schülerinnen würden die Wörter Technik und Naturwissenschaften nur Langeweile hervorrufen. „Mädchen und Jungen wollen wir während der Schulzeit bei ihrer Berufswahl unterstützen – und Orientierung im großen Ingenieur-Bereich bieten“, sagt Susanne Harms von der Stiftung Niedersachsenmetall, die das Projekt koordiniert. Für sie sei Sia ein Erfolg. „Auch wenn Schüler am Ende feststellen sollten, dass ein Ingenieurstudium nichts für sie ist, haben sie immer etwas gewonnen“, sagt Harms. Der neue Nachwuchs steht schon in den Startlöchern: Der nächste Sia-Jahrgang legt schon im Februar wieder los. Neu dabeisein werden dann auch Schüler der IGS Wallstraße. (WZ 26.01.2017)

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