Praktisches Lernen im Labor
Der Morgen war kalt und dunkel, die Sonne würde erst in wenigen Stunden aufgehen. Es war schon fast 8 Uhr morgens am 17.12.2012 als unser Bio-Kurs, unter der Leitung von Herrn Siebart, sich am Eingang des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung zusammengefunden hat. Hier wollten wir den schon im Unterricht besprochenen Prozess der PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) aus erster Hand erfahren.

Um kurz nach 8 Uhr haben wir das Gelände als Gruppe betreten und wurden von Herrn Ostrowski, einem Studienrat, der im Schülerlabor, dem sogenannten BioS (Biotechnologisches Schülerlabor) die Schülergruppen unterrichtet und mit seiner Kollegin Frau Schmidt, einer medizinisch-technischen Assistentin, durch die Versuche leitet. Nach einer kurzen Einführungsphase, unterstützt durch eine gelungene Präsentation und einige Informationszettel, in der Herr Ostrowski uns die Grundprinzipien der Laborarbeit erklärt hat und die nun folgenden Schritte mit uns durchgesprochen hat, haben wir uns auf den Weg in das benachbarte Labor gemacht. Kittel angezogen, Brille aufgesetzt und eine kurze Einweisung für das saubere Arbeiten erhalten, und schon ging es an die erste Phase unserer Laborarbeit. In diesen knapp zweieinhalb Stunden haben wir zunächst den Umgang mit den „Werkzeugen des Labors“ geübt und haben dann mit der Isolation der DNA aus Zellen begonnen. Zum Ende hin haben wir unsere DNA-Proben in den Thermocycler gegeben, der einen bestimmten Abschnitt unserer DNA vervielfältigte, dieser Abschnitt wird VNTR (Variabel Number Tandem Repeats) genannt. Jeder Mensch hat diesen Abschnitt in seiner DNA, nur ist die Anzahl der Wiederholungen innerhalb dieses Abschnittes nahezu immer unterschiedlich.
Nach den zweieinhalb Stunden Laborarbeit hat uns Herr Ostrowski von dem Schülerlabor zur Mensa geführt, vorbei an verschiedenen mysteriösen Gebäuden und anderen Forschungslaboren. In der Mensa gab es unter anderem auch eine sehr leckere Currywurst mit Pommes, aber auch verschiedene Salate, Nudeln und anderes. Nach knapp einer Stunde Freizeit haben wir unseren Gang zurück zum BioS angetreten. Hier wurden wir in das nun folgende Thema eingeführt und uns wurde erklärt, was wir im nächsten Schritt der Laborarbeit machen werden. Nach knapp einer halben Stunde haben wir den ersten Schritt zur Sichtbarmachung unserer DNA getan. Dies wird durch die Gelelektrophorese erreicht, die aus einem Gel besteht, dass die negative geladene DNA entlang eines elektrischen Feldes wandern lässt. Je größer die DNA ist, desto stärker wird sie gezogen, aber desto größer ist auch der Widerstand im Gel, je kleiner der DNA-Abschnitt ist, desto schneller konnte dieser durch das Gel wandern, wurde aber dafür nicht so stark gezogen wie die größeren Stücke. Umso größer ein DNA-Abschnitt ist, desto mehr Wiederholungen umfasst dieser.
Um festzulegen, wie groß der DNA-Abschnitt ist, wurden mehrere Basenstücke bekannter Länge beigefügt, die uns erkennen ließen, wie viele Wiederholungen jeder Probengeber in seiner DNA hat. Um ungefähr drei Uhr hat dann dieser gelungene, inzwischen auch Warme und ebenso helle Tag ein Ende gefunden und wir haben noch ein kleines Souvenir bekommen: unsere eigene DNA.

Zusammenfassung von Benjamin Senftleben