Esberg, Joachim, Nun wisst ihr was soll es bedeuten - Gedichte vor Auschwitz

Joachim Esberg, Sohn des jüdischen Wolfenbütteler Unternehmers Ivan Esberg - und Schüler des Gymnasiums Große Schule, verließ Wolfenbüttel im Sommer 1933 nach Belgien.

esberg 1Er studierte an der Universität Gent Germanistik.
Während dieser Zeit schrieb er 50 Gedichte in ein Heft, die der Mittelpunkt des Buches sind.
Die Gedichte erzählen davon, wie das ist, wenn Menschen das Menschsein abgesprochen wird, wenn auch die Gefahr dort wächst, wohin man geflohen ist; wie das ist, wenn man seine Liebe nicht leben kann und sein Leben nicht. Am Tag vor dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Belgien ließ die belgische Regierung Juden in Internierungslager in den französischen Pyrenäen bringen, unter ihnen auch Joachim Esberg, sein Vater und sein Cousin.

esberg 2Die Kladde mit den Gedichten befand sich 70 Jahre unbeachtet in einer Wohnung in Gent. Seit dem Auffinden wird sie in der Handschriftenabteilung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrt. Neben den Gedichten enthält das Buch mehrere Begleittexte und Joachim Esbergs Briefe an seine nach England geflohene Freundin. Der Kontakt bricht kurz vor seiner Deportation aus Frankreich nach Auschwitz ab. Joachim Esberg wurde wahrscheinlich in Birkenau ermordet.
Die Herausgeber, Dr. Kristlieb Adloff, Reinhard Försterling, Jürgen Kumlehn und der Verleger Oliver Ruth vom Appelhans Verlag in Braunschweig stellen das Buch vor.

Augusteerhalle der Bibliotheca Augusta Wolfenbüttel
am 2. Oktober um 19.30 Uhr

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